Spielsituationen: Einführung

Im Tennis unterscheiden wir grundsätzlich fünf Spielsituationen, die wir nicht nur im Spitzensport auf dem Normalplatz, sondern auch bereits beim Spielen auf dem Red, Orange und Green Court, beobachten können. Etwas vereinfacht lassen sich die fünf Spielsituationen auch auf drei zusammenfassen. Demnach unterscheiden wir die Spieleröfnnung, das Grundlinienspiel und das Angriffs-/Netzspiel. Zunächst ist es wichtig, dass der Spieler die Spielsituationen unterscheiden und richtig einschätzen kann. Vor allem durch freies und unangeleitetes Spielen soll der Spieler wichtige Spielkompetenzen erwerben und angemessene Lösungen für die verschiedenen Situationen finden. Mit anderen Worten, der Spieler lernt immer rascher und zielgerichtetet taktische Entscheidungen in den Spielsituationen zu treffen und benötigt zur erfolgreichen Umsetzung entsprechende technische Basiskompetenzen die es zu entwickeln gilt.

Die Auswahl der Technikinhalte und damit der zu schulenden Schlagtechniken orientiert sich an den 5 Spielsituationen im Tennis, die wir nicht nur im Spitzensport auf dem Normalplatz, sondern schlichtweg auf jedem Spielniveau, also auch bereits auf dem Red, Orange und Green Court, beobachten können. In jeder der beschriebenen Spielsituationen gibt es verschiedene taktische Möglichkeiten, denen sich der Spieler bewusst sein sollte bzw. für die er sich entscheiden kann. Für die gewünschte Ausführung benötigt er entsprechende technische Kompetenzen. Beim Lösen der verschiedenen Spielsituationen erfolgt also ein Verknüpfen der taktischen Absicht mit der passenden Schlagausführung. Die Schulung der tennisspezifischen Techniken muss demnach also in enger Verbindung mit der Vermittlung entsprechender taktischer Kompetenzen stehen.

In Bezug auf die Spielsituationen unterscheiden wir:

  1. Ich bin Aufschläger
  2. Ich bin Rückschläger
  3. Beide Spieler an der Grundlinie
  4. Ich gehe ans Netz / Ich spiele am Netz
  5. Mein Gegner geht ans Netz / Mein Gegner spielt am Netz

Diese lassen sich zu Beginn vereinfacht auch auf drei Spielsituationen reduzieren:

  1. Spieleröffnung (Ich bin Aufschläger / Ich bin Rückschläger)
  2. Grundlinienspiel (Beide Spieler an der Grundlinie)
  3. Angriffs-/Netzspiel (Ich gehe ans Netz / Ich spiele am Netz bzw. Mein Gegner geht ans Netz / Mein Gegner spielt am Netz)

Aus der Betrachtung der Spielsituationen können wir die zu vermittelnden technischen Basiskompetenzen ableiten:

  1. Spieleröffnung (Aufschlag / VH/RH Rückschlag)
  2. Grundlinienspiel (VH/RH Grundschlag)
  3. Angriffs-/Netzspiel (VH/RH Volley + Smash bzw. VH/RH Passierball + VH/RH Lob)

Betrachten wir das noch ein wenig genauer. In etwa der Hälfte aller gespielten Punkte ist der Spieler bei seinem ersten Schlag entweder Aufschläger oder Rückschläger. Vorausgesetzt das Aufschläger und Rückschläger nicht sofort ans Netz laufen und sowohl Aufschlag als auch Rückschlag korrekt im Spielfeld landen, finden sich beide Spieler an bzw. hinter der Grundlinie und damit in der häufigsten aller zu beobachtenden Spielsituationen. Dies zeigt, dass diese beiden Spielsituationen von Beginn an eine wichtige Rolle für das Punktespielen darstellen und neben der Vermittlung der Vorhand und Rückhand, vor allem auch dem Aufschlag und Rückschlag große Aufmerksamkeit bzw. ausreichend Übungszeit geschenkt werden muss. In unserer Technikschulung werden Vor- und Rückhand, sowie Aufschlag und Rückschlag stets gemeinsam geschult.

Aber auch die Spielsituation Angriffs-/Netzspiel darf nicht vernachlässigt werden. Von Beginn an gilt es Entscheidungen richtig zu treffen und taktisch angemessen zu handeln. Ein zu kurzer Ball kann den Spieler also zwingen nach vorne zu laufen und anstatt wieder an die Grundlinie zurückzulaufen, soll der Spieler früh lernen eine günstige Netzposition einzunehmen und versuchen den Punkt am Netz für sich zu entscheiden. Der andere Spieler muss seinerseits versuchen, den Ball seitlich am Netzspieler vorbei oder über diesen hinweg zu spielen. Sicherlich tritt das Angriffs-/Netzspiel nicht in der gleichen Häufigkeit auf wie die Spieleröffnung (Aufschlag, Rückschlag) und das Grundlinienspiel (Vorhand, Rückhand), dennoch ist sie in einer angemessenen Gewichtung in der Technikschulung zu berücksichtigen.